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männlichem Charakter und nichtsweniger als ſchwär⸗ meriſch angelegt, zog ihn doch die Anmuth der Schloß⸗ bewohnerinnen immer öfter in ihren Kreis.
Tante Kathrin, die recht blaß und leidend ange⸗ kommen war, erholte ſich nach und nach und konnte die jungen Mädchen auf kurze Ausflüge in den Wald oder auf den See begleiten.
Tante Kathrin war eine merkwürdige Frau; ſie ſprach nie von der Vergangenheit; hatte ſie doch ſo lange Jahre bei dem verſtorbenen Grafen Ultritz und dann bei der ſeligen Baronin Billmann gelebt, und doch kam ſie mit keiner Silbe auf die Abgeſchiedenen zu ſprechen; brachte Jemand das Geſpräch darauf, ſo ſagte ſie in ihrer kurzen Weiſe:„Den Lebenden gehört die Welt“, oder:„Solange man arbeiten kann, ſoll man nicht klagen“, und brachte einen andern Gegen⸗ ſtand aufs Tapet. Man wußte auch kaum mehr, wie die Tante Kathrin eigentlich mit den übrigen Familien⸗ gliedern verwandt war.
Der verſtorbene Graf hatte die Baſe Kathrin, als der jetzige Miniſter noch ganz klein und Mariens Mut⸗ ter noch nicht geboren war, aus Rußland mitgebracht. Kathrin war damals ſchon in den Dreißigen und übernahm nach der Vermählung des verſtorbenen Gra⸗ fen die Haushaltung und Erziehung der Kinder, die


