Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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Wirklich? fuhr der Graf auf.Nun ja, ſie war immer etwas exaltirt und folgte plötzlichen Eingebungen. Und was enthielt der Brief, wenn ich fragen darf?

Sie ſchrieb mir, ſprach der Greis mit bewegter Stimme,was ich längſt geahnt, daß ſie meinen Sohn ſtets geliebt habe, daß ſie nur, um ſein Leben zu retten, die Verbindung mit Baron Billmann eingegangen ſei. Der Abſagebrief der Braut war die Bedingung, unter welcher Ihr Vater, Graf Ultritz, meinen unglücklichen Sohn entfliehen ließ.

Sie werden zugeben, ein junger Mann, der daran dachte, einen eigenen Herd zu gründen, der die Tochter wollte, mußte doch vorher die Gemeinſchaft mit Ver⸗ ſchwörern löſen, welche ſelbſt vor dem Königsmord nicht zurückſchreckten!

Von Königsmord war nie die Rede im gehei⸗ men Bunde, aber mein Sohn handelte aller⸗ dings leichtſinnig, nicht ſeinen Austritt zu erklären, ehe er an eine Heirath dachte. Ich hatte damals keine Ahnung, daß er dem Bunde angehörte.

Trotzdem Sie ſelbſt ein eifriges Mitglied waren? fragte der Miniſter mit zweifelndem Hohne.

Die Mitglieder kannten einander nicht perſönlich, entgegnete der Greis, ohne ſich einſchüchtern zu laſſen.