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derholte durch lauten, fortgeſezten Ausruf den Befehl zum Schweigen; zulezt gehorchte das Schweigen auch dieſem Befehle, und nun herrſchte Stillſchweigen. Der Ober⸗Bramin er⸗ hob ſich, nachdem er eine der feierlichen und wichtigen Angelegenheit entſprechende Rede extemporirt hatte, verlas er das Teſtament des verſtorbenen Koͤnigs, ſprach ein Breites uͤber die Maaliſtiſche Wort⸗Fehde, und wie es nun⸗ mehr ein Suffraganiſcher Glaubensartikel ſey anzunehmen, daß„Maale keine Schmarren, und nur dann Makel ſeyen, wenn man ſie fuͤr ſolche halte.“ Der gelehrte Bramin fuhr fort: inzwiſchen hat die Prinzeßin keine Wahl ge⸗ troffen, ſondern dem Zufalle uͤberlaßen, was ihr eigener freier Wille haͤtte beſtimmen ſollen, zudem hat ſie bei ihrem Verfahren die Diener unſerer geheiligten Religion nicht um Rath gefragt. Schon geſtern ſagte mein Herz mir, dies waͤre nicht recht, ſondern ſowohl dem Teſtamente des verſtorbenen Koͤnigs, als auch dem Willen des Himmels zuwider gehandelt; tief habe ich uͤber den Gegenſtand nachgedacht,
nachdem ich mein neunmaliges Gebet verrich⸗
tet hatte, ein Traum hat ſich waͤhrend meines Schlafes auf mich herabgeſenkt, und mir wurde
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