Teil eines Werkes 
3. Band (1835)
Entstehung
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Hauſe aufzunehmen und fuͤr mich zu ſorgen. Nach einigen Tagen der Ruhe, ließ ſie mich rufen, und ich erzaͤhlte ihr alsdann meine Ge⸗ ſchichte. Sie war guͤtig geſinnt und großmuͤthig, ich wurde ihre Kammerfrau, war zufrieden und gluͤcklich, hoffte daß ich mein Leben in ihrem Dienſte beſchließen koͤnnte. Aber mein Unheil hatte mich noch nicht zur Haͤlfte getroffen. Meine Herrin war eine Dame ſehr vornehmen Standes, der die groͤßte Hochachtung erwieſen wurde. Ihr Haus war ſtets mit Fremden an⸗ gefuͤllt, ſie war reich und gab die praͤchtigſten Feſte. Ihr Gemahl war vor zwei Jahren ge⸗ ſtorben, ſie aber war noch jung und ausneh⸗ mend ſchoͤn. Eines Abends war große Geſell⸗ ſchaft in ihren Prunkgemaͤchern verſammelt, als die Thuͤr ſich oͤffnete und ein Offizier her⸗ eintrat, der zu ihr ging um ihr etwas in das Ohr zu lispeln. Sie erbleichte, zitterte, und gab zur Antwort, daß ſie in einer Stunde bereit ſeyn wolle. Ich war in dieſem Augen⸗ blicke in ihrer Naͤhe, ſie gab mir ein Zeichen, eilte zu ihrem Zimmer und brach in einen. Strom von Thraͤnen aus.