— 250—
gen; wiewohl ihr Argwohn gegen Dich ge⸗ richtet ſeyn mogte, konnten ſie doch die Be⸗ ſtaͤtigung nicht erlangen. Den Sproͤßling meiner Schuld trug ich in einſamer Angſt, ward mit Vorwuͤrfen uͤberhaͤuft, als ich Troſt und zarte Pflege bedurfte; Verwuͤnſchungen wurden uͤber mich ausgeſchuͤttet, als ich ſanfte Behandlung und ſchonende Ruhe noͤthig hatte. Das Pfand meiner Liebe mußte ich unter Schande und druͤckendem Kummer zur Erde beſtatten. Du hatteſt mich verlaßen, ich fuͤhlte, daß alle Bande, die mich an dieſe Welt knuͤpfen ſollten, zerrißen waren. Da nahm ich den Schleier, und nie iſt die Welt von einer ſo bereitwilligen Entſagerin verlaßen worden, als von mir. War ich auch nicht gluͤcklich, ſo bin ich ſeitdem doch ruhig geweſen.“ „Von jezt an ſollſt Du gluͤcklich ſeyn, Marie,“ rief ich aus und ſtreckte meine Arme ihr entgegen; „komm' an mein Herz, ich will Dir die Beweg⸗ gruͤnde erklaͤren, die mich vermogten, Mar⸗ ſeille zu verlaßen, ſo wie meine Entwuͤrfe fuͤr die Zukunft, die nur durch unvorgeſehene Er⸗ eigniße zerſtoͤrt ſind. Alles ſoll noch gut werden.“


