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„Gute Schweſter,“ erwiederte ich.„Fuͤr Deine Benachrichtigung danke ich Dir, und werde nicht unterlaßen, ſie bei meinen Entwuͤrfen zur Erhoͤhung der Sittlichkeit der meiner Ob⸗ hut anvertrauten Geſchoͤpfe zu benuzen. Ich habe es mir ſtets zum Geſeze gemacht, daß eine der Kloſterſchweſtern jede Nacht in mei⸗ nem Zimmer zubringe, um zu wachen und Buße zu thun. Die Erfahrung hat mich gelehrt, daß dies, verbunden mit meinen zeitgemaͤßen Bemerkungen, die ſegensvollſte Wirkung her⸗ vorbringt. Gewiß beziehe ich dies nicht auf verſtaͤndige und fromme Frauen, ſo wie nu biſt, ſondern auf diejenigen, die in ihrer Thor⸗ heit und im Drange ihrer jugendlichen Leiden⸗ ſchaft ſich noch nicht genugſam durch Enthal⸗ ſamkeit und Kaſteiung gedemuͤthigt haben. Welche ſchlaͤgſt Du mir vor, um in dieſer Nacht bei mir wachen zu laßen?“
Daß die Alte einen beſondern Widerwillen ge⸗ gen Marie hegte, hatte ich bereits gewahrt und ganz richtig angenommen, ſie werde dieſe als die⸗ jenige vorſchlagen, der ſtrenge Bußuͤbung noͤthig und gewiß heilſam ſey. Noch eine halbe Stunde


