— 53—
Von neuer Lebenskraft durchdrungen, warf ich meinen Waßerſchlauch von mir, verdop⸗ pelte die Geſchwindigkeit meiner Schritte und lag eine halbe Stunde ſpaͤter ausgeſtreckt zur Seite des Springbrunnens, aus deßen erfri⸗ ſchendem Sprudel ich zuvor tiefe Zuͤge gethan hatte. Wie gluͤcklich war ich jezt! Wie himm⸗ liſch beſeligend war es, im Schatten zu ru⸗ hen, kuͤhle Luͤfte einzuathmen, dem Gezwitſcher der Voͤgel zu lauſchen, den Duft der Blumen einzuſaugen, die auf dem entzuͤckenden Raſen in uͤppiger Fuͤlle prangten! Nach einer Stunde entkleidete ich mich, badete, trank noch ein⸗ mal erquickendes Waßer und entſchlief.
Geſtaͤrkt erwachte ich, doch nun folterte mich nagender Hunger, der ſich jezt immer fuͤhlba⸗ rer machte. Zwei Tage hatte ich ohne Nah⸗ rung verbracht, doch den Mangel derſelben nicht geſpuͤrt, weil der dringendere Durſt je⸗ nes Gefuͤhl uͤberwog. Nachdem nun dem groͤßern Übel abgeholfen war, wuchs das klei⸗ nere und forderte mit jeder Stunde gebieteri⸗ ſcher ſeine Befriedigung. Ich ging auf die Ebene hinaus und durchforſchte den Horizont mit der


