Teil eines Werkes 
1. Band (1835)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

doch wie gering war meine Hoffnung ſie zu erreichen! Die Richtung, welcher ich folgen mußte, war mir bekannt, und da der Tag bei⸗ nahe zu Ende war, beſchloß ich den Verſuch zu machen.

Mit Sonnenuntergang erhob ich mich, lud den Waßerſchlauch auf meine Schultern und begann meine hoffnungsloſe Reiſe. Ich wan⸗ derte die ganze Nacht, und vermuthete bei Ta⸗ gesanbruch etwa die Haͤlfte vom Wege eines naͤchtlichen Karavanenzuges gemacht zu haben, mithin mußte ich noch einen Tag in der Wuͤſte zubringen, ohne den mindeſten Schuz vor der verzehrenden Sonnengluth, und dann ſtand mir noch eine Nacht des angeſtrengten Wanderns bevor. Wiewohl ich hinreichend Waßer beſaß, hatte ich doch nichts zu eßen. Bei Sonnenauf⸗ gang ſezte ich mich auf einen gluͤhenden Sand⸗ huͤgel, um den ſengenden Sonnenſtrahlen zwoͤlf ſchreckliche Stunden lang ausgeſezt zu ſeyn. Noch ehe der Mittag kam, war mein Gehirn verſengt und ich faſt wahnſinnig. Mein Seh⸗ vermoͤgen war unvollkommen, oder vielmehr ich ſah Dinge, die gar nicht vorhanden waren.