Teil eines Werkes 
1. Theil (1835)
Entstehung
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zu blaſen vermoͤgen, waͤhrend ſie ohne Tabak eine erdruͤckende Buͤrde unſers Daſeyns bleiben. Es iſt unmoͤglich einen Zug zuſammenzuſezen, der dem Zuge durch das Rohr einer Pfeife gleich kaͤme. Die kriegeriſchen Wilden in Nord⸗ amerika erfreuten ſich dieſer Segnung ſchon vor uns; nur der Pfeife muß man die Weisheit ihrer Berathungen und die lakoniſche Aeußerung ihrer Geſinnungen zuſchreiben. Hoͤchſt angemeßen wuͤrde ſie in unſere geſezgebende Verſammlung einzufuͤhren ſeyn. Freilich wuͤrden Damen als⸗ dann nicht mehr durch's Luftloch hinabblicken; wir aber wuͤrden mehr Vernunft und weniger Worte haben. Dem Tabak iſt ebenfalls jene ſtoiſche Feſtigkeit der amerikaniſchen Krieger zu⸗ zuſchreiben, die zufrieden mit der Pfeife in ihrem Munde, in vollkommener Gleichguͤltigkeit die Folterqual ihrer Feinde ertrugen. Aus den wohlbekannten Tugenden dieſes Krautes ent⸗ ſprang jener eigenthuͤmliche Ausdruck, der, wenn man einen Andern in Zorn verſezt, dieſes damit bezeichnet:daß man ihm ſeine Pfeife ausloͤſcht.

Meines Vaters Pfeife erloſch niemals, weder buchſtaͤblich, noch im bildlichen Sinne. Er beſaß einige wenige Denkſpruͤche, welche jeglichen Unfall zu einem begluͤckten Ende fuͤhrten; und

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