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wuͤnſchte mir indeß noch im Abgehen mit recht guͤtiger, freundlicher Stimme:„guten Tag, Jakob.“ 8
Meine Augen ſchwammen in Thraͤnen.— Ich machte den Verſuch, die Begruͤßung zu erwiedern, aber mein Herz war zu voll, ich konnte kein Wort hervorbringen, und mein Schweigen ward wiederum fuͤr Hartnaͤckigkeit und Undank gehalten.
Sarah blieb immer noch— ſie hatte ihrer Mutter Geheiß, ihr zu folgen, nicht erfuͤllt. Jezt war ſie faſt vierzehn Jahre alt und fuͤnf Jahre hindurch kannte ich ſie als meine Ge⸗ ſpielin und Freundin. Waͤhrend der lezten ſechs Monate, die ich in ihrem Hauſe zubrachte, waren wir um vieles vertraulicher mit einander geworden. Abends theilte ich alle ihre Beſchaͤf⸗ tigungen und unſere Vertraulichkeit ſchien Herr und Madame Drummond Vergnuͤgen zu ma⸗ chen. Ich liebte ſie, als waͤre ſie meine Schwe⸗ ſter. Meine Liebe war auf Dankbarkeit gegruͤn⸗ det. Niemals hatte ich die Freundlichkeit ver⸗ geßen koͤnnen, welche ſie mir vom erſten Au⸗ genblicke meiner Aufnahme in ihres Vaters


