Teil eines Werkes 
2. Theil (1835)
Entstehung
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der Unſchuld ward faͤlſchlich fuͤr trozige Her⸗ ausforderung angeſehen; das Blut, welches meine Stirn roͤthete, hinaufgetrieben durch das Gefuͤhl der Ungerechtigkeit, die mir wiederfuhr Ungerechtigkeit von denen, die ich liebte, die ich verehrte vielleicht das durchbohrendſte al⸗ ler Gefuͤhle fuͤr ein empfindliches und großmuͤ⸗ thiges Herz ward eben ſo faͤlſchlich meiner leidenſchaftlichen Heftigkeit und innern Ver⸗ derbtheit zugeſchrieben. Madame Drummond betrachtete mich mit ſchmerzlichem Ausdrucke, ſeufzte und ſagte nichts, waͤhrend die kleine Sarah mich mit ihren großen ſchwarzen Augen betrachtete, als wolle ſie im Innerſten meiner Seele leſen.

Haſt Du gar nichts zu ſagen, Jakob, ſagte die Mutter zulezt,nichts, was ich Drum⸗ mond erzaͤhlen koͤnnte, wenn ſein Zorn gemil⸗ dert wurde?

Nichts, Madame, erwiederte ich,als daß ich verſuchen will, ihm zu verzeihen.

Dieſe Antwort war ſogar fuͤr die ſanftmuͤ⸗ thige Frau beleidigend; ſie ſiand auf und ſagte: komm' Sarah, und verließ das Zimmer,