Der alte Commodore. 173
Mr. Plumerſand erhielt einen fürchterlichen Stoß, als der alte Commodore ihn die Treppe hinunterkollern ließ. Er klagte auf Schmerzensgeld und Ehrenerklä⸗ rung an. Als Erſteres ſprach das Gericht ihm fünf Pfund und etliche Schillinge zu, die Sir Octavins mit Freuden bezahlte. Statt der von ihm geforderten Eh⸗ renerklärung ward der Commodore zu einer Geldbuße von Einem Schilling verurtheilt, der jedoch nicht dem Heren Plumerſand, ſondern dem Fiscus anheimfiel. Plumerſand verkaufte ſein Gut in Herfordſhire, und als er ſich hierauf von Jedermann vernachläſſigt ſah, berief er ſeine Couſine Dredgely zu ſeinem Beiſtande, die ihn, den an Geiſt und Leibe Geſchwächten, ſo lange ſtrei⸗ chelte und hätſchelte, bis er ſie heirathete. So hatte ſie denn, wie ſie es wünſchte, ihre Rache, die ſie ihm bei Empfange der verhängnißvollen zwei Halbpfundno⸗ ten geſchworen hatte. Plumerſand iſt dahin. Ich ge⸗ denke ſeiner keineswegs mit Bosheit, obſchon er mich einen. Narren, einen Aufſchneider und unnützen Koſt⸗ gänger ſchimpfte. Der Weltenrichter wird ihn nach demjenigen Pfunde richten, das ihm zum Wucher ver⸗ liehen ward, denn wenig hatte Mr. Plumerſand von der Natur erhalten, wodurch er hätte im Guten wach⸗ ſen und gedeihen können.
Zu gehöriger Zeit vermählte Graf Osmandale ſich mit der Erbin von Treſtletree⸗Hall, und Kapitän Oli⸗ phant ward der Gatte der Herrin von Jaſpar⸗Hall. Ich kann hierüber weiter nichts ſagen, als daß es kaum zwei glücklichere Ehepaare auf der Welt gegeben hat; denn ſie bekamen hübſche, jetzt ſchon zum Theil heran⸗ gewachſene Kinder, und die Ladies hielten ihre Männer beſtändig gehörig unter dem Pantoffel. 4
Der Commodore diente und diente, und that es je⸗ derzeit mit hohen Ehren, bis er endlich im Greiſenal⸗ ter als Admiral vom Rothen ſtarb. In der letzteren Zeit war er ungeachtet ſeines Kriegsruhms nicht ſon⸗ derlich beliebt bei einigen Lenten im Amte, weil er hartnäckig darauf beſtand, ſeine Schiffe zu den am be⸗ ſten bemannten in der ganzen Flotte dadurch zu ma⸗ chen, daß er auf die moraliſche Vervollkommnung der Mannſchaften hinarbeitete, und durch Freundlichkeit ihnen


