166 Der alte Commodore.
müht, einem jungen, überaus ſchönen Mädchen einen Dolch zu entwinden. Beide gewannen in dieſem Lichte und in dieſer Stellung ein übernatürliches Ausſehen. Der alte Commodore und Kapitän Oliphant waren flugs oben auf der Treppe. Der erſtaunte alte See⸗ mann fühlte ſich einen Augenblick lang ſo erſchüttert, daß er nur die Worte lallen konnte:»Rettet meine Kinder!« Dann aber machte er ſeinem kochenden Bu⸗ ſen Luft, indem er ſtatt eines ſcheußlichen Fluches, der ihn ebenfalls erleichtert haben würde, den Feldruf „Néstroque!“ herausheulte. Bei dieſem Geſchrei warf die ſtarrſinnige Bekky die Waffe von ſich, ſank in die Arme des Geliebten, und rief weinend:„»Wir ſind gerettet— ich höre das Kriegsgeſchrei unſeres Hauſes— mein Vater iſt dal«
Dieſer Vater aber packte mit ſeinem Eiſenhaken den⸗
dürren Plumerſand, und warf ihn die Marmorſtufen hinunter, ſtürzte dann durch den brennenden Korridor, nahnm ſeine theure Tochter in ſeine Arme, kehrte, von Auguſtus begleitet, durch den in Flammen ſtehenden Gang zurück, und eilte treppab. Keinem fiel es ein, den Neffen des Commodyre anzugreifen, wohl aber zo⸗ gen vor dieſem, als er vorüberging, alle Anweſende, Magiſtratsperſon und Häſcher nicht ausgenommen, den Hut, und ließen ein lautes»Hurrah!“« erſchallen.
Der Vater trug die Tochter in das nächſte Zimmer
des Erdgeſchoſſes— wie hing ſie ſo innig an ihm! wie weinte er voll Entzücken über ihr! Kapitän Oliphant und Mr. Underdown mit Roſa folgten ihm auf dem Fuße.»Hier, Underdown,« ſagte der Commodore, „nehmen Sie dieſen Freilaſſungsbefehl vom Staats⸗ ſekretär, und zeigen ſie denſelben den Polizeiagenten und den Häſchern. Dann laſſen Sie Alles, was Hände hat,
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