Der alte Commodore.
wieder angelegt, die er vor Kurzem mit ſo vielem Ekel von ſich geworfen hatte. „O Rebekka!« rief er,»heute Nacht muß ich dieſen Ort fliehen.“ i »Unmöglich! Wie meinſt Du das, mein Auguſtus?« „»Ich kann's in dieſer Verkleidung nicht länger aus⸗ halten. Laß mich wieder als Mann vor meinen Mit⸗ menſchen ſtehen. Giebt Gott es zu, daß ihnen die Au⸗ gen verblendet bleiben, und verdammen ſie mich als Miſſethäter, ſo ſollen Sie ſehen, daß ich als Mann, und als unſchuldiger Mann, mein Elend zu ertragen vermag.“. „Du ſprichſt entſetzliche Worte, mein Geliebter. Deine Hand zuckt ſieberiſch. Lege Deine brennende Wange an die meinige; ſie iſt kühler— ſo— ſo, Au⸗ guſtus! Iſt's ſo nicht beſſer, als Schellen an den Händen und ſchwere Ketten an den Füßen haben? Sind meine Arme, die Dich umſchlingen, denn Dir ſo widerwärtige Bande? Lächle, mein Auguſtus; lächle nur ein einziges Mal Dein verzogenes Liebchen an.— So iſt's recht. Du ſollteſt immer ſo ausſehen; Du biſt gar zu ſchön, wenn Du lächelſt. Fühlſt Du Dich jetzt glücklich?« „Glücklich und elend zugleich. Ich hätte nicht hie⸗ herkommen ſollen. Welch eine Verdammniß würde ich auf mich laden, wenn ich Dein zartfühlendes Herz bräche! Du würdeſt ſterben, wenn man mich zum Tode führte— ja, ja, Du würdeſt ſterben!« „Zuverläſſig, Herr Graf. Doch will ich deßhalb nicht bemitleidet ſein,« verſetzte Rebekka ſtolz und ge⸗ reizt.»Du wagteſt Dein Leben daran, um der ſchimpf⸗ lichen Peitſche zu entgehen; ſtehe ich ſo tief unter Dir, Auguſtus, daß ich keinen Ruhm darin finden ſollte, für *


