Teil eines Werkes 
3. Theil (1838) Der alte Commodore : in drei Theilen / von Capt. Marryat, Verfasser des: "Peter Simpel," "Ardent Troughton," "der fliegende Holländer" [et]c. ; aus dem Englischen von Dr. G. N. Bärmann
Entstehung
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148 Der alte Commodore.

ihr Rath zu halten. Menſchenliebe ſiegte. Die Frei⸗ ſtatt, die ihnen höchſt gefährlich werden konnte, ward mir gewährt. Roſalie war eben ſo gutherzig als ſchön.«

»Auguſtus! Du liebteſt?« rief die jetzt teſeranie fene Rebekka.

»Das nicht, aber ich ſchätzte, ich verehrte ja, in gewiſſem Sinne liebte ich Roſalie wer hätt' es ver⸗ meiden können? doch liebte ich ohne Leidenſchaft. Es war ein heiliges Gefühl, und oft ſagte ich zu mir ſelbſt: Hätte der Himmel mir Rebekka zur Gattin und Roſalie zur Schweſter gegeben, ſo würde mein Glück hienieden weit über mein Verdienſt ſein.«

Schade iſt's doch, daß ſo gute Leute oft auch ſo hübſch ſind!« ſagte Rebekka mit nicht ſonderlicher Ge⸗ müthsruhe.»Wie lange bliebſt Du denn bei jenen ge⸗ meinen Leuten?«

Gemeine Leute? das waren, das ſind ſie nicht. Sie gehören zur Nobleſſe. Sie find Königlichgeſinnte, und hatten Alles verloren. Den Namen Florentin hat⸗ ten ſie bloß angenommen. Man hatte ſie verfolgt, proſcribirt; ſie waren von Ort zu Ort gewandert, und ſuchten Gelegenheit nach England zu entkommen. Hät⸗ ten ſie ſich der Seeküſte näher angeſiedelt, ſo würde es Verdacht erweckt haben.«

»Nun, nun, ich will's glauben, daß ſie recht wackere Leute waren. Wie viele Tage bliebſt Du bei ihnen?«

»Tage, Rebekka? Ich blieb Monate, Jahre bei ih⸗ nen. Erſt vor etwa einem Monate verließ ich ihr gaſt⸗ freies Dach, wie niedrig es ſein mochte; die braven Flo⸗ rentins ſchützten mich gegen die Verfolgung Meineidi⸗ ger, als jede andere Thür, jedes andere Herz mir ver⸗

loſſen war.« 5 ſch. 1..

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