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Der alte Commodore. 19
verdächtigen Menſchen zu erzählen, indem er verſicherte, daß, wenn er alle näheren Umſtände kannte, er gewiß im Stande ſein würde, die Florentin's bei der Regie⸗ rung rechtfertigen, und ſo ſie auf die Liſte der übrigen Verpflegten bringen zu können, die, gleich ihnen, aus dem revolutionären Frankreich vertrieben worden waren.
Schon begann eine leiſe Röthe der Geſundheit ſich auf Roſaliens bleichen Wangen zu zeigen; ſchon begann Roſaliens Unterhaltung, einen Anflug von Belebtheit zu gewinnen, und das unfreiwillige Zucken der Ober⸗ lippe war verſchwunden; dennnoch war das Mädchen nicht die Roſalie Florentin von ehedem.
Letzteres wußte Plumerſand nicht, als Roſalie ihm die lange Geſchichte von ihren und ihres Vaters Leiden erzählte; er hielt Roſalie für ſchön, und ſchön war ſie auch. Indem Roſalie Alles, womit die Begeben⸗ heiten des vermeinten Spions verknüpft waren, er⸗ zählte, beabſichtigte ſie, ihre Liebe zu Letzterem dahinter zu verbergen; ſie ſprach kalt von ihm, und die kurzen, faſt vor ſich ſelber erſchreckenden Bemerkungen, die ſie über ihn machte, waren der Art, als errichteten ſie ein Denkmal aus kalten Steinen über dem Grabe ihrer Glückſeligkeit, und ſo verrieth ſie um ſo mehr eben das, was ſie keinen Menſchen wiſſen laſſen wollte.
Mr. Plumerſand aber kümmerte ſich wenig um je⸗ des Herz, das nicht für ihn ſchlug, und hätte ſich eins finden können, das ihm ſeine Liebe vertrauen möchte, würde er es durch Unfreundlichkeit verletzt oder aus Grauſamkeit gebrochen haben. Viel aber kümmerte er ſich um die Geſchichte, welche von dem armen Mädchen
erzählt ward, und als er dieſe bis zu Ende gehört hatte,
war ſelbſt er, der vielgeübte Heuchler und Achſelträger, 2 /r


