Der alte Commodore. 15
Mr. Florentin und Ma'mſelle täglich zweimal mit ei⸗ ner guten Mahlzeit, einer Flaſche Portwein und einer Kanne Doppeltbier zu verſehen, und daß er, nämlich der Kellner, hoffte, Monſieur werde mit dieſer erſten Lieferung zufrieden ſein.«
Wortreich, wenn auch nicht beredt in ſeinem Danke, ſchob, während er dieſen ausſprach, Monſteur Florentin die Aufwärter zur Thüre hinaus, und dann— dann aß Monſieur Florentin zum zweiten Male zu Mittag, und Mam ſelle brach ihr Faſtensgelübde.
Hätte Miß Belmont von dieſer dem Anſcheine nach ſo edlen Handlung Mr. Plumerſands Kunde gehabt, ſo würde ihm ſolches mehr, als ſein mühſam ausſpintiſir⸗ ter Liebesbrief genützt haben. Gewiß iſt's, daß, als Mr. Plumerſand jſene Edelthat beſchloß, er eine Wal⸗ lung der Zufriedenheit fühlte, die ihm um ſo köſtlicher ſein mußte, als ſie ihm bisher fremd geweſen war; je⸗ doch eben ſo gewiß iſt es, daß Mr. Plumerſand durch⸗ aus kein Lob für jene ſeine That verdient. Ich ſage das nicht in neidiſchem Unmuthe; noch weniger ſage ich es, weil Mr. Plumerſand hinker meinem Rücken und mir in's Angeſicht mich einen unnützen Penſionirten
nannte; ſondern ich ſag' es, weil ſein Thun, im beſten
Sinne aufgefaßt, nichts weiter als eine bloße ſinnliche Befriedigung war; ein Thun, das durchaus kein größe⸗ res Verdizuſt hat, als das Vergnügen, welches wir empfinden, wenn wir eingeſperrte und hungrige Thiere füttern. Es koſtete ihm kein Opfer, denn das wenige Geld, was er dafür hingab, war für ſeinen Reichthum ſo gut als Nichts. Wären nun dieſer Vater und dieſe Tochter, ungeachtet der heldenmüthigen und kindlichen Hingebung der Einen, und der zarten Rechtſchaffenheit und gebildeten Menſchenfreundlichkeit des Andern ir⸗


