Teil eines Werkes 
3. Theil (1838) Der alte Commodore : in drei Theilen / von Capt. Marryat, Verfasser des: "Peter Simpel," "Ardent Troughton," "der fliegende Holländer" [et]c. ; aus dem Englischen von Dr. G. N. Bärmann
Entstehung
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12 Der alte Commodore.

bog die Klingel der Ladenglocke vor, daß er oben hören möchte, wenn Jemand kommen würde, und ſtieg trepp⸗ an. Auf einem kleinen runden Tiſche lagen dort ein krittlich ſauberes Tellertuch und zwei Pfennigsbrötchen, die nicht ſonderlich friſch, auch nicht ſonderlich groß waren, weil die Kornpreiſe ſich zur Zeit im Steigen geſtelen. Die Mitte der Tafel wies eine große Schüſ⸗ ſel mit etwas wenigem Krautſalat. War kein pain à discretion vorhanden, ſo befand ſich doch Waſſer nach Belieben da, und Gläſer, Teller, Meſſer und Ga⸗ bel waren ſo ſauber, daß ſie ſelbſt Einem, der den Tod vor Augen ſah, hätten Appetit erwecken mögen.

Das Mahl wies ſich in Wahrheit leicht und poe⸗ tiſch; es war ſo, wie junge Damen gewohnt ſind da⸗ von in Romanen zu leſen, deren Heldinnen und Helden ihnen inniglich am Buſen ruhen es war ein kärgli⸗ ches Mahl, gegen welches ſich auf der Welt nichts weiter einwenden ließ, als daß es, ach! allzu kärg⸗ lich war!

Plumerſands Recepte in der einen, den ſauerver⸗ dienten Pfennig in der anderen Hand, blickte der arme Emigrirte kläglich auf dieſe leckeren Leckerbiſſen. Indeſ⸗ ſen'il faut manger pour vivre, et non pas vivre Pour manger. Mit dieſem Aphorism im Munde, den er gern mit etwas Compacteren gefüllt gewußt hätte, bereitete Monſieur Florentin den Salat, das heißt, er goß über das Kraut drei Löffel voll arg verwäſſerten Eſſig, und das möglich kleinſte⸗Quantum Baumöl.

Während deſſen arbeitete Roſaliens Oberlippe auf entſetzliche Weiſe, und zeugte von unausſprechlichem Leiden; dennoch verrieth des Mädchens Seelenzuſtand ſich durch kein Klagewort, durch keine Thräne.

La voilà préte,« ſagte der Vater, und wies auf