Der alte Commodore. 3 21
Kindes Schluchzen ihm gleich Himmelsmuſik erklang.
So endete das Abenteuer mit dem Kater und dem Papagei, woraus zu entnehmen iſt, welch ein übelre⸗ giertes Haus das war, in welchem Sir Octavius Herr zu ſein ſich einbildete. Wir häben den alten Commo⸗ dore demnach in jener Umdüſterung eines Aberwitzes, von welchem er jederzeit ergriffen ward, wenn er ſich am Lande befand, geſehen. Wir werden ihn ſofort flott machen, und die freundlichen Leſer werden dann erkennen, wie inmitten des Sturmes oder der Schlacht Sir Octavius kaum der Nämliche iſt, der auf dem Trocknen die üble Gewohnheit hatte, ſich ſchon Morgens in eklen Grog und Tabacksqualm zu verſenken und ſich von ſeinem ei⸗ genen Kinde am Barte zupfen ließ.
Es war jetzt fünf Jahre her, ſeitdem er zum letzten Male ein Kommando geführt hatte, und dieſe fünf Jahre voll Unthätigkeit hatten ſeine Leibesbeſchaffenheit und ſein Temperament weiter heruntergebracht, als alle Krankheit und alle Beſchwerde, die er erduldete, es zu thun im Stande geweſen waren; und kein Mann hatte jemals den Widerwärtigkeiten des Lebens beſſer denn der Commodore Stand gehalten. Durch ſeine Gicht, ſo wie durch den Eigenwillen und die übelgere⸗ gelte Liebe ſeiner Tochter, war er jetzt jedoch ſo auf⸗ geregt worden, daß trotz der Ermahnungen und Ein⸗ ſchärfungen des Doktors Ginningham, er ſich dem Trunke eben ſo hartnäckig ergeben hatte, als ſich ein Novemberregen zeigt, wenn der Wind aus Oſten blä⸗ ſet; ſo daß an demſelben Mittage um halb drei Uhr, als das erſte Geläut zum Mittagseſſen erſcholl— denn zu jener Periode aß man allgemein um vier Uhr zu Mittage, die Mitglieder dieſer ſo wunderlich geregelten Familie ſich in folgendem Zuſtande befanden: der Com⸗


