Der alte Commodore. 19
her. Auch lehrte er mich noch eine und zwar bittere Pflicht— die Pflicht, Sie zu lieben, Sir.«
»Bitter? O mein Kind!«
»Ja, bitter! Was thuſt Du, Vater, daß irgend Jemand Dich lieben könnte? Kaum dem Körperſchmerz kannſt Du widerſtehen, geſchweige denn—
»Deine Schuld, Du Lärmteufel, Deine Schuld!«
»Und hat nicht der ſchmucke Doktor Ginningham Dir ausdrücklich verboten, Deinen garſtigen Rum⸗ und Waſſer⸗Stoff zu trinken? Hat er Dir nicht befohlen, allſtündlich von jener angenehmen Mixtur zu verſchlucken? Statt jedoch heilſame Arznei zu nehmen, haſt Du eben ſo viele Gläſer Grog ausgeleert.“
»Verd— die Arznei! verd— der Doltor! verd— Al⸗ les und Jedes, was nur anderthalb Zoll hoch iſt! Ol ol o! Ich, der ich in vierzig Treffen obſiegte, muß mich von einem Kinde zwicken laſſen, von einem Kinde, das noch dazu meine Tochter iſt!«
» Bezwingen Sie ſich, mein grcchätzter Freund,« ſagte Mr. Underdown mit der freundlichſten aller Stimmen..
»Du wirſt mich raſend machen!« heulte der geplagte Commodore.»Halt' Dein milchgeſichtiges Maul, Du ſalbadernder, pſalmſingender, kniekrümmender, bibelpau⸗ kender Sohn einer—«
Und abermals lag das milchweiße Händchen Rebek⸗ kens auf dem Krater des feurigen Wörtervulkans, dem Munde des Commodore.
»Ich habe Dir's ein für allemal geſagt, Vater, daß ich's nicht haben will, daß der gute Mr. Underdown in meinem Haunſe geſcholten wird. Wir Alle hier thun, was wir können, um Dich zu lieben, und einen guten, pflichtübenden und gehorſamen Verwandten aus 2*


