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Der alte Commodore. 17
war Sir Octavins nicht müßig geweſen. Die Schmer⸗ zen in ſeinem ſo ſchmählich angetaſteten Gliede wurden
immer heftiger; er ſchielte nach einem Gegenſtande um⸗
her, an welchem er ſeinen Grimm auslaſſen möchte, und fand zum Unglück einen ſolchen in der Perſon des milden und friedfertigen Mr. Underdown. Erſchreckt von dem Donnerausrufe des Commodore, hatte der Schreiber haſtig ſeine Papiere zuſammengerafft, und wollte ſo eben über die Schwelle weg Zuflucht in ſei⸗ nem eigenen Zimmer ſuchen, als der Commodore mit einer Brüllſtimme ihn zurückrief.
»Halt da, Du, weniger als ein Mann! Du min⸗ deſtens ſollſt mich nicht geringachten— Du ſollſt mich nicht wie ein eigenſinniges Kind behandeln— Du ſollſt nicht zu mir kommen, wenn und wo es Dir beliebt— Du, der Du mein Brot iſſeſt—«
Was er weiter hätte ſagen mögen, läßt ſich unmög⸗ lich muthmaßen, denn abermals legte des Hauſes Ty⸗ rannin ſich in's Mittel, kam keck herangerannt, drückte ihr Händchen auf des alten Grämlers Mund und rief mit eben ſo viel Energie als Unverſchämtheit:„Pfui,
Vater! kein Wort mehr gegen den lieben, guten Mr.
Underdown! Vater, Vater, Du weißt, wie er Dich durch dieſe Welt gleich einem wilden Löwen im Ink⸗ ſeile führte— weißt, wie er Dir dreimal das Leben rettete— weißt, daß er Dich von Schande rettete! O mein Vater! Du ſelber haſt mir das geſagt— haſt mir geſagt, er ſei ein guter Menſch— hörſt Du wohl? ein guter, guter Menſch!«
» Ein elender, zitternder, zaghafter, nervenſchw— ⸗ ſprudelte der Commodore heraus, ſo gut er die Worte durch die Fingerchen des Mädchens bringen konnte, die
ſich ihm noch fortwährend auf die Lippen drückten.
Der alte Commodore. I. 2


