12 reden, einen völligen, ſie krönenden Sieg davongetra⸗ gen. Sie hatte ihren eigenen unbezwingbaren Willen gegen das geſetzt, was bisher für den unbezwingbaren Eigenwillen ihres Vaters gehalten worden par, und denſelben bezwungen. 4
Wir müſſen bekennen, daß dieſer Kampf ſehr ungleich war, wenngleich beide Theile dieſelbe Hartnäckigkeit da⸗ bei zeigten; denn die beiden weſentlichen Nachtheile, in denen der Commodore ſtand, waren des Mädchens au⸗ ßerordentliche Schönheit und ſeine auserordentliche Liebe zu ihr. Männlich hatte er für die Oberherrſchaft ge⸗ fochten, da er ſich jedoch völlig überwältigt fand, ergab er ſich, und da er niemals etwas Halbes that, ward denn auch ſeine Unterwerfung vollſtändig.
Ungeachtet ihrer gerundeten Glieder und ihres ſich ſchwellenden Buſens, deren des Mädchens kindhafte Bekleidung auf höchſt einnehmende und anmuthige Weiſe zu ſpotten ſchien, und ungeachtet allen Zuredens ihrer Tante Mathilde, wollte Rebekka, obſchon in ihrem ſechzehnten Jahre, dennoch ſich nicht als eine herange⸗ wachſene Jungfrau kleiden. Noch als ſie längſt ihren raſenden Appetit zu Butterbrot verloren, und das Roth ihrer Händchen, die ſich allwinterlich mit Froſtbeulen zu bedecken pflegten, längſt gegen eine köſtliche Sammet⸗ weiche und gegen ein blendendes Weiß vertauſcht hatte, konnte ihre Abneigung gegen eine ſolche Bekleidung nur dadurch erklärt werden, daß ſie Abſcheu gegen Alles hegte, was wie Kunſt oder Täuſchung ausſah. Sie empoͤrte ſich gegen jede künſtliche Anordnung ihres
Der alte Commodore.
Haars, und wehrte ritterlich die Schnürbruſt von
ſich ab. 1
In demſelben Augenblicke, in welchem der Commo⸗
dore ſeine Pfeife ſchmaucht und ſeine ſcheußliche Mi⸗


