230 Die Buüßung, oder
Verſchworenen behufs der Mordanſchläge gegen die Paſſagiere unterzeichnet worden war. Mantez erklärte dieß für ein falſches Document, während er aber dieſe nichtsſagende Entſchuldigung hervorſtammelte, trat Wil⸗ liam Watkins vor den Angeklagten, gab ſich ihm kund, und klagte ihn an, ſeinen Bruder an unwirthbaren Strand ausgeſetzt, und ihm ſelber dabei nach dem Leben getrachtet zu haben.
Von dieſer Anklage ſuchte ſich Mantez durch gottes⸗ läſterliche Schwüre zu reinigen, während ſein Bruder, wie ein Kind weinend, dieß nicht länger anhören konnt⸗, ſondern die Hand erhob, und milden Tones ſagte:»Laß ab, o, laß abl«
Der Miſſethäter glaubte aus dieſen Worten zu ent⸗ nehmen, daß der Oberrichter ihn für unſchuldig hielt, und er fuhr deßhalb nur noch ärger fort, ſich zu ver⸗ fluchen und zu beſchwören, ward jedoch abermals von Watkins unterbrochen, der ihn anklagte, ſeinen Neger⸗ ſklaven die Zunge ausgeſchnitten zu haben, damit ſie nicht als Zeugen gegen ihn wegen begangenen Seerau⸗ bes auftreten möchten; und als nun Jugurtha heran⸗ ſprang und ſeinen zungenloſen Mund zeigte, erfolgte ein Geheul von Verwünſchung, und es erſcholl das all⸗ gemeine Urtheil, den Böſewicht Roderich Mantez zu Tode zu ſteinigen.
Dennoch ward der Trotz des Miſſethäters nicht ge⸗ beugt. Feierlich appellirte er gegen Verhör und Gericht indem letzteres kein Gewaltrecht über ihn hätte, daß er daher augenblickliche Loslaſſung verlangen dürfte, und wirklich auch verlangte.
Sein Bruder antwortete hierauf:»So lange ich
der Vater dieſer Kolonie war, und ihr Geſetze gegeben


