Ardent Troughton. 223
Ich raffte mich zuſammen, eilte dem Hauſe zu, flů⸗ ſterte Don Diego und Honoria einige Worte zu, uahm dann den Neger und mehrere nach ihrer Weiſe wohlbe⸗ waffnete Einwohner mit, ſprang in den größten der Kähne, und ruderte hurtig dem treibenden Wrack zu. Wir waren ein mächtiger Trupp, an Funfzig ſtark, ob⸗ wohl die Beſchaffenheit unſerer Waffen es uns nicht geſtattet haben würde, den Kampf mit halb ſo vielen bewehrten Europäern zu unternehmen.
Mit welchen ſtürmiſchen Gefühlen näherte ich mich dem Schiffe! Es hatte den Schnabel landwärts ge⸗ kehrt. Eine Welt hätte ich darum geben mögen, in die Kajütenfenſter deſſelben blicken zu können! Bald aber durchzuckte mich ein elektriſcher Freudenſtrahl— unter mehreren Geſichtern, die bang zu uns herüber⸗
blickten, entdeckte ich auch eines, das keinem Andern als meinem Vater gehören konnte. Ich dankte Gott, daß des Theuren Leben erhalten worden war. Bald darauf nahm dieſer ſeine Brille von der Naſe und wiſchte die Gläſer derſelben. Die Art und Weiſe, wie er dieß zu thun pflegte, war ſo eigenthümlich, daß ich ihn daran unter Tauſenden erkannt haben würde.
„Greift aus! greift aus!« ſchrie ich unſeren Rude⸗ rern zu—»Honoria und ich ſollen doch noch von ih⸗ rem Vater geſegnet werden!«
Nach wenigen Minuten lag unſer Kanoe ſeitlängs
derSanta Ana“. Uneingedenk aller etwaigen Folgen waren Jugurtha und ich flugs auf dem Verdeck, und
ich lag in den Armen meines Vaters. Lange währte
dieſe Umarmung und der Thränen wurden viele dabei vergoſſen. „Ardent, komm zu Deiner Mutter.⸗«


