Ardent Troughton. 217
gen, und ſie leerten zum erſten Male fröhlich einige Becher voll Palmwein. Nachdem meine Geleitſchaft Abends ihre Ruheſtatt gefunden, der muthmaßliche Erbe von Mantezuma aber ſein Nachtlager aus Fellen, die wir äber unſern Eßtiſch breiteten, eingenommen hatten, zog ich mich mit meiner Schweſter in unſer inneres Gemach zurück, und erzählte ihr Alles, was ich geſehen und ge⸗ hört hatte.
Der Ausdruck ihrer Dankbarkeit für alle Mühen und Beſchwerden, welche ich ihretwegen unkernommen und erduldet hatte, war ſo überfließend zärtlich, daß mein Herz hätte in Wonne zergehen mögen. Wie liebte ich das Kind! Allein der Gedanke augenblicklichen Fortreiſens behagte ihr gar nicht, ſo wie ich es vermu⸗ thet hatte. Sie hatte ſich's einmal vorgeſetzt, mit mir in unſerer beglückenden Einſamkeit zu leben und zu ſterben. Sie wußte, daß Wegreiſen recht und gezie⸗ mend für ſie war, aber die Aufforderung dazu kam ihr ſo plötzlich. Auch hatte ſie bereits ihre Lieblinge. Zwei Zwergäffchen und ein weißes Eichhörnchen erwarteten des Lebens Glück von ihrer Hand; auch hing ihr Herz an ihrem Blumenbeete, und etliche buntbefiederte Vö⸗ gel hegten ein ſcheues Vertrauen zu ihr. Außerdem hatte ſie manchen noch unreifen Plan im Kopfe, den ſte gern zur Ausführung gebracht hätte, ohne dafür an⸗ dern Lohn, als meine Verwunderung und Billigung zu wünſchen.
Dieſe Sehnſüchteleien ſchwanden jedoch bald, als ich zu ihr von ihren Aeltern redete, mich auch ein we⸗ nig bedenklich über Religion vernehmen ließ. Ich ſagte ihr von der Kapelle, in der ſie wieder Gottes Wort hören möchte; und als ſie ſah, daß ich nächſten Mor⸗


