Ardent Troughton⸗ 31
wenn man den Rock von ihm begehrte, er den Mantel obendrein gab. Kein Falſch war in ihm, und ſein äu⸗ ßerer Menſch ſchien nach der engelartigen Schönheit ſeiner Seele geformt zu ſein. Verſtehen Sie mich, Ardent, er war kein gewöhnlicher Mönch— er war der Ortsprieſter, den die Kapuzenbrüder vermieden, ja, wohl gar haßten. Er ſtand in ſeinem ſchönſten männ⸗ lichen Alter. Jetzt lachen Sie nicht, Troughton, über die Alltäglichkeit des Gräßlichen, das ich zu erzählen habe. In ſeinem Städtchen erhob ſich plötzlich das Gerücht, es ginge ein Thier in wilder Wuth umher— um meine Anekdote imponirender zu machen, möchte ich das Thier einen Wolf nennen, doch war es nichts mehr, als ein räudiger, aber großer Kettenhund, der die Ge⸗ gend durchſtreifte, und in dieſem Augenblicke ſich in das Schulhaus geſchlichen hatte, wo den armen kleinen un⸗ ſchuldigen Weſen unvermeidlicher Tod durch ihn dro⸗ hete. Maͤnner, kräftige Männer, die einſt als Solda⸗ ten gedient hatten, waren dem tollen Hunde begegnet und geflohen, um ihre Waffen zu holen. Halb wahn⸗ ſinnige Mütter dagegen umringen kreiſchend das Schul⸗ haus. Naver zauderte nicht, holte nicht erſt Waffen herbei, denn dieſe führte er ſtets mit ſich— in ſeiner Hochherzigkeit und Gottesfurcht drang er in die Schul⸗ ſtube. Als die Kinder ihn erblickten, klatſchten ſie in ihre Händchen und riefen: Wir ſind gerettet— unſer Va⸗ ter kommt! und ſie wurden Alle gerettet— Alle! denn in dem Augenblicke, in welchem das tolle Thier einem der Kleinen an die Gurgel ſpringen wollte, fuhr der gute Hirt, der Apoſtel, mit ſeinem Arm in die giftige, ſchwären⸗ beſäete Kehle des grimmen Hundes und erwürgte ſo den Verderber. Sein Arm ward entſetlich verletzt— die Wunden deſſelben wurden ausgebrannt, wurden ſogar,


