28 Die Büßung, oder
forſchliche Prachtgröße des Schöpfers dieſer Sterne. Doch das iſt ein Gemeinplatz, Freund Julian!«
„Zugeſtanden; jedoch ein Gemeinplatz, der bei wei⸗ tem nicht allgemein genug bekannt iſt. Warum aber Prachtgröße?«
»Dieß Wort iſt das einzige angemeſſene dafür. Es faßt alles in ſich, was die menſchliche Seele nicht nur von der Allmacht, ſondern auch von Glanz und Glorie be⸗ greifen kann; und dieſe Attribute enthalten jederzeit die des Wohlwollens und der Güte.«
»Wie folgern Sie das, Ardent?«
»Eine ſolche ehrfurchterweckende Macht, die ſo hoch erhaben über die von ihr in's Daſein gerufenen empfin⸗ denden Weſen iſt, hätte ſich bewogen finden mögen, ſich unter den ſcheußlichſten Eindrücken ſeelenfolternden Schreckens kundzuthun; aber ſehen Sie nur, wie die Hand des Allmächtigen deſſen Schöpfung in Schönheit — freundlich und väterlich in Schönheit kleidete, die
in dem Maaße zunimmt, in welchem der Geiſt fähig wird, dieſelbe zu würdigen. Blicken Sie auf und be⸗ trachten Sie! Wenn Sie dieſe Schönheit beſchauen, ſo empfinden Sie nicht Schmerz, ſondern Wonne in den Schauerzittern, das durch Ihr Herz rinnt, obwohl Sie dabei von einem frommen Fürchten ergriffen werden.« »Ja, dieſer Himmel, unter welchem wir hinſegeln, iſt ein glorreich dunkler Sapphirbogen mit lebendigen Edelſteinen geſchmückt. Aber bewegen wir uns wohl wirklich? Steht nicht vielmehr das Schiff ſtill, und ſchleicht nicht das blaue Wellengekräuſel an uns vorüber? »Ein Sinnbild der Zeit, lieber Freund. Wir ſchei⸗ nen ebenfalls ſtätig zu ſein, wir gewahren nicht, wie wir der Ewigkeit entgegenſchreiten, während Stunden, Tage, Jahre, Ergebniſſe und Kataſtrophen an uns vorüberflie⸗


