20 Die Büßung, oder
das Alles nicht über die Maßen luſtig, mein Jugurtha? Aber grinſe nicht, Freund; freue Dich darüber in den dunkeln Kammern Deines Herzens, ſo wie ich es thue.«⸗ Anf dieſe Weiſe machte ich für eine Zeit lang meinen Empfindungen Luft, denn ich ward fortgeriſſen von einem boshaften, wiewohl freudigen Geiſte der Spötterei.
Indem ich dieſen meinen Hohn ausließ, glitt eine engliſche Brigg ſcharf an uns hin. Anmuthig wies ſie ihre Beiſatzſegel unten und oben vor eben dem Winde geſchwellt, der uns unſerem Verderben entgegenzujagen ſchien. Ueber alle Vergleichung kleiner als unſer Fahr⸗ zeug, glich die Brigg einem Schwane, der ſtolz einem plumpen Holzklotze vorüberſchwebte. Sobald ſie uns ſeitlängs kam, ſprang ein kleiner feuriggeſichtiger roth⸗ haariger Weſtbritte, auf das Bollwerk ſeines Hinter⸗ decks und ſchrie durch ſein ungeheures Sprachrohr uns auf folgende beglückwünſchende Weiſe an:
„Schiff haho, hohoi! Ihr ſpan'ſchen Lümmel, wollt Ihr Stern voraus zur Hölle fahren? habt'r nimmer inen Mann am Bord, der'n Mann is? Spanier ſind zu nichts nutz!« und er fuhr, in den Wind hineinjauch⸗ zend, mit ſeinem ſtattlichen kleinen Fahrzeug an uns vorüber. Dieſer höhnende Anſpruch ärgerte mich.
„Jugurtha,« rief ich,„unſers Kapitäns Zeit iſt noch nicht gekommen; laß uns jenen Inſelbewohnern zeigen, daß hier am Bord Männer ſind.«
In dieſem Augenblick ſchleppte der verdummte Man⸗ tez ſich die Puppenleiter hinan. Ich entriß ihm das Sprachrohr, das er in der Hand hielt, ſchob ihn un⸗ willig auf die Seite, ſprang vor zum Puppenrande, und heulte mit einer Stimme, deren Wiederhall ſchier mich ſelbſt erſchreckte, über's Schiff hin:»Still da, vorn und hinten! In's Vorſchiff, Jugurtha, und nachgeſehen,


