Ardent Troughton.
darf, eine einzige Frucht der Freude in daſſelbe aufzu⸗ nehmen? Muß ich jedes mir dargereichte Vergnügen prüfen, bis es mir durch mein Grübeln zum Ekel ge⸗ macht wird? Muß ich ſtets nur nach Vernunft, nie⸗ mals nach Herzensantrieb handeln? Muß ich durch die Welt wandern, als fänden ſich auf meinem Wege nichts als Wolfsgruben und Dornenhecken? Muß ich des Herkommens freies Aufathmen in den herzbeklem⸗ menden Bruſtharniſch der Vorſicht zwängen? Muß ich mir das Leben zu einem unausgeſetzten Unterſuchungs⸗ prozeß machen, daß der Tod nur um ſo minder furcht⸗ bar erſcheine? Und ach! wenn ich dieß Alles nun thue— was wird alsdann mein Lohn ſein? Die größte Glückſeligkeit iſt dem Menſchen hienieden möglich; al⸗ lein ein ſolcher fortgeſetzter Zuſtand des Kämpfens iſt keine Glückſeligkeit.— Freilich giebt es ein Jenſeit, und dafür zu ringen, dafür zu leben, iſt allerdings der Anſtrengung werth.«
Und dieß Letztere beſchloß ich. Ich bewachte meine Gedanken, noch ehe ſie in's Daſein traten. Ich kaſteiete mein Gemüth bis zur Demuth; ich war gehorſam, be⸗ hutſam, ſtrebte auf alle Weiſe, Gutes zu thun, ſprach ſtets ſanft, gerieth niemals in Zorn, betete oft, unter⸗ drückte jede ſtürmiſche Neigung in mir, und zeigte mich eifrig in Erfüllunß meiner Pflichten. Der Mann mit den Piſtolen, der wilde Hund und der bewaffnete Ne⸗ ger waren vergeſſen. Man nannte mich wieder den
kaltruhigen Troughton,— Alle lobten mich; Jeder ſagte, ich wäre die Ehre meines Vaters, die Segnung meiner Familie; Aeltern wünſchten ſich einen Sohn, Mütter für ihre Töchter einen Gatten, der mir gleichen möchte. Mittlerweile aber kam kein Frieden in meine Seele. Ich war elend, ein dumpfer Trübſinn breitete Ardent Troughton. I. 12


