164 Die Büßung, oder
Bruſt, es zuckte mir durch alle Nerven— ich ward leidenſchaftlich beredt. Ich empfand ein Entzücken in⸗ nerer, ſchwermuthsvoller Befriedigung, als ich meine vielen und wunderſamen Leiden ſchilderte. Ich erzählte von unſeren Bedrängniſſen, unſerer Verlaſſenheit, un⸗ ſerer Angſt während des anhaltenden Sturmes— von der Rohheit und der Todesart des Schiffer Tomkins— von den hochgeſtimmten Gefühlen und dem wahnſinnigen Aberglauben des edelſinnigen Gavel's— von dem gott⸗ loſen Morde, den dieſer Namens der Religion began⸗ gen hatte— von deſſen Reue und deſſen heldenmüthi⸗ gem Sterben. Ich lobte ihn— ich nannte ihn meinen Freund— ich beklagte ſeinen Tod als den eines Bru⸗ ders— ich vergoß ſeinem Andenken heiße Thränen. Dann ſchilderte ich die Raſerei des Durſtes und Hun⸗ gers, die im Boote über mich gekommen war— wie hurtig wir zu mumienartigen Geſchöpfen zuſammen⸗ ſchrumpften— wie bald in Folge unſerer lange erdul⸗ deten Leiden Jugurtha, ich und der Hund Erleichte⸗ rung durch todähnlichen Schlummer fanden— wie wun⸗ derbar wir gegen den Willen des Mannes gerettet wur⸗ den, der vor uns ſaß, und den ich durch die bitterſte Verachtung, die ich nur irgend in meine Worte legen konnte, zu einem Nichts zuſammenſchüchterte. Dann flammte ich wieder in Begeiſterung auf, und verweilte bei dem hohen Charakter Don Inliano's und deſſen Verlobten Donna Iſidora. Ich legte meine Zweifel, meine düſteren Bedenklichkeiten dar, nachdem ich zu Bar⸗ celona gelandet war— ich äußerte meine Abneigung, mich meinen Aeltern ohne mitführende Beweiſe meiner Identi⸗ tät vorzuſtellen— ich ſchilderte mein Erblicken Honoria's in der Kirche Unſerer lieben Fraun zum Meer— ich gab die Mittel an, durch welche ich geſucht hatte, mir


