Ardent Troughton. 143
die ihm gezollt ward. Mittlerweile umringten die amt⸗ verrichtenden Prieſter und die Akoluthen den Altar; die Weihrauchgefäße ließen ihre Düfte emporwallen, die nach und nach das ganze Gebäude durchdrangen, indem ſie in anmuthigen Wölkchen zu des Wölbdaches reichem Schnitzwerke emporſchwebten, und endlich ſich in einem Nebelſchein von Erhabenheit auf die ganze Proceſſion herabſenkten, ſo daß dieſer alles Widerwärtige des Ausſehens genommen ward. Der Hergang begann einen peinlichen Eindruck auf mich zu machen; ich er⸗ bebte, mein Herz pochte, Thränen ſtanden in meine Au⸗ gen. Ich fühlte mich ſtark verſucht, das belaſtende Entzücken, von welchem ich ergriffen war, durch einen wilden Schrei von mir zu ſcheuchen, als die Prieſter die oberſte Altarſtufe erreicht hatten, wo ſie zuſammt dem Bilde gleichſam in einer glorreichen Duftwolke verloren, und Orgel und Chorſtimmen, im Wieder⸗ hallen eines lieblichtönenden Donners, das laute»Ave Maria, halleluja!« erſchallen ließen! Hinter dem Altar brach ein blendendes Licht hervor, und eine lebende, eine athmende Gottheit ſchien herabzuſchweben und die Opfergabe zu ſegnen!
Es war Gaukelei— es war Zauberblendwerk!
Augenblicklich warf die ganze Gemeinde ſich in den Staub. Ich ließ mich auf meine Kniee nieder, aber ich ſenkte mein Haupt nicht. Ich war wie bezaubert. Alle meine Geiſtesfähigkeiten hatten ſich in mein Seh⸗ vermögen zuſammengedrängt. Da lächelte vor meinem Hinblick die Verkörperung tadelloſer Schönheit; aber es war eine Schönheit, die mit meiner Seele von dem Anbeginn aller Dinge und aller Zeit geſchaffen zu ſein ſchien, und die jetzt zum erſten Male in das Erdenleben eingefuhrt, die lange vorenthaltene Sympathie, die An⸗


