Ardent Troughton. 135
die grenzenloſe Güte des Weltenſchöpfers anerkannt und etliche feine Hypotheſen über das Vorhandenſein des Böſen aufgeſtellt hatten, die nur dazu dienten, unſeren Verſtand wie in einem Netze zu verfangen, ſagte Julian, indem er, gleichſam um ſeinen Worten ein groͤßeres Ge⸗ wicht beizulegen, ſich ſchwerer als vorhin auf meinen Arm lehnte:»Ardent, eine vollkommene, ungetrübte, endloſe Glückſeligkeit iſt dem menſchlichen Verſtande unbegreiflich. Das reinſte, das erhebendſte Wohlergehen muß, um gewürdigt zu werden, irgend etwas haben, dem es ſich entgegenſtellt. Nichts kann an ſich ſelbſt abgemeſſen werden; und ſo bin ich, im Widerſpruche mit dem, was viele Geiſtliche vorbrachten, ſehr geneigt, zu denken, daß im ſegnungsreichen Zuſtande unſeres Le⸗ bens nach dem Tode uns Erinnerung an das Weh und Leid dieſer elenden Welt geſtattet ſein wird; daß folg⸗ lich der gute Menſch, der hienieden am meiſten erdul⸗ dete, jenſeits nothwendig einen höheren Grad von Glückſeligkeit genießt. Doch will ich, Freund Trough⸗ ton, dieſes nicht als ein Glaubensdogma, ſondern nur als einen Gegenſtand aufſtellen, der mir vielfältigen Kummer verurſachte, zu welchem Sie, mein Freund, die abſichtloſe Veranlaſſung gaben.«
„»Ich? Sagen Sie mir unverzüglich, was Sie da⸗ mit meinen?«
»Während der Schreckniſſe jenes entſetzlichen Schiff⸗ bruches, den Sie mir ſo lebhaft beſchrieben haben, müſ⸗ ſen Sie an Seele und Körper die größte Qual erdul⸗ det haben, deren ein Menſch theilhaftig werden kann. Daß dem ſo war, ergab ſich aus dem Zuſtande gänz⸗ licher Erſchöpfung, in welchem Sie gefunden worden ſind. Als Sie an Bord unſeres Schiffes genommen wurden, als Ihre Gebeine ihr verlorenes Fleiſch wieder


