Druckschrift 
Die Ansiedler in Canada / von Capitän Marryat ; nach dem Englischen bearbeitet von Ludwig Hauff
Entstehung
Einzelbild herunterladen

587

gütig einige Tage Urlaub, da er ihn ohnedies jetzt nicht nothwendig hatte. Zu gleicher Zeit ließ der Oberſt Herrn Campbell wiſſen, daß, ſobald die Fahrzeuge von Montreal angekommen ſeyn würden, er ſelbſt die an⸗ kommenden Briefe und Zeitungen überbringen und auch ſeine Glückwünſche perſönlich abſtatten würde. Capitän Sinclair kam, weil er mehrere Briefe, welche in ſeiner Abweſenheit gekommen waren, zu be⸗ antworten hatte, erſt nach drei Tagen vom Fort zurück. Bei ſeiner Ankunft auf der Anſiedlung fand er Alles wohl. Mary hatte ſich von ihrer Entzündung gänzlich erholt, und Alles ging wieder auf die frühere Art und Weiſe und ſo vor ſich, wie wenn dieſes Ereigniß gar nicht ſtattgehabt hätte. In der That ſchien auch der ganzen Geſellſchaft zu ihrem Glücke und Gedeihen nichts mehr nothwendig. Die Auswanderer, welche ſich Herrn Campbell angeſchloſſen hatten, waren fleißig, emſig, höflich und ſehr dienſtfertig. Sie bezeugten Herrn Campbell die größte Achtung, waren ihm mit Liebe und Güte zugethan, und unterſtützten ihn nach allen ihren Kräften. Obſchon das Gut nun ſich ſehr ver⸗ größert hatte, ſo war die Arbeit leicht für die vielen Hände, über welche man gebieten konnte. Der Stamm hatte ſich ſehr vermehrt. Der alte Graves hatte wäh⸗ rend der Abweſenheit Alfreds und Martins die Mühle beſorgt, und wollte ſich dieſem Geſchäfte auch ferner unterziehen, was Alfred ſehr freute. Kurz, Freud ad Ueberfluß herrſchten in der Anſiedlung, und Alfreds Worte als er ſeinen Vater zu beſtimmen ſuchte, nach Canada zu gehen, daß ſein Vater, wenn auch⸗ nicht reich, doch mit ſeinen Kindern unabhängig ſeyn werde, bewährten ſich. Nach drei Tagen kam Capitän Sinclair an; er wurde mit der größten Herzlichkeit empfangen, und als das Mittageſſen vorüber war, wendete ſich Herr Campbell an die Familie und ſagte: Meine theuren Kinder, eure Mutter und ich ha⸗ ben uns über Einiges mit einander beſprochen, und