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als ſie ſelbſt dachte, denn ſie war ſehr beſcheiden und demüthig. Ihre Sinnesart war zart und in ihrem Geſichte ausgeprägt. Sie zählte nun ſiebzehn Jahre und wurde allgemein bewundert.
Emma, ihre Schweſter, erſt fünſzehn Jahre alt, war von einer ganz verſchiedenen Gemüthsart, natür⸗ lich, fröhlich, geneigt, an Allem ſich zu ergötzen, freudig wie die Lerche, und vom Morgen bis in die Nacht ſingend. Ihr Charakter, deſſen Ausbildung ſie der Sorge und Aufmerkſamkeit der Mrs. Campbell verdankte, war eben ſo liebenswürdig, als der ihrer Schweſter, und ihr lebhaftes Temperament verleitete ſie ſelten zu einer Unbeſcheidenheit. Sie war das Leben in der Familie, wenn Alfred weg war, denn dieſer allein war ihrem Temperamente gleich.
Percival, der dritte Knabe, war nun zwölf Jahre alt. Dieſer war ein ruhiger, gewandter Burſche, ſehr gehorſam und ſehr aufmerkſam auf Alles, was man ihm ſagte, ſehr begierig, Belehrung zu erhalten, und wahrhaft natürlich wißbegierig.
John, der vierte Knabe, zählte zehn Jahre, war kühn, eine Art von John Bull als Knabe, nicht ſehr begierig zu lernen, aber in jeder Beziehung wohlge⸗ artet. Er zog Alles ſeinem Buche vor, zugleich war er aber gehorſam und ſuchte auf Alles ſeine Auf⸗ merkſamkeit zu lenken, ſo viel er es vermochte, ſo wie er Alles leiſtete, was man von einem Knaben in ſei⸗ nem Alter erwarten konnte. Er war in jedem Dinge ſehr langſam, ſehr ruhig und ſprach ſelten, wenn er nicht angeſprochen wurde, er war nicht einfältig, ob⸗ wohl ihn viele Leute dafür hielten, gewiß aber war er ein ſehr ſonderbarer Knabe und es war ſchwer zu ſagen, was aus ihm werden würde.
Ich habe nun die Familie beſchrieben, wie ſie zu der Zeit erſchien, als ſie ſich an Bord des„Kaufmanns von London“ einſchiffte, und ich habe nur noch beizu⸗ fügen, daß am dritten Tage nach ihrer Einſchiffung
Die Anſiedler in Canada. 3


