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Charakter war daher der eines einfachen, guten, ehrba⸗ ren Mannes.
Mrs. Campbell paßte vollkommen als deſſen Gat⸗ tin, denn ſie hatte all' die Energie und all' die Ent⸗ ſchloſſenheit des Charakters, welche zeitweiſe ihrem Manne fehlten. Dennoch war nichts Männliches in ihren Manieren und in ihrem Auftreten; ſie war im Gegentheile ſehr zart in ihren Formen und ſehr ſanft
in ihrem Benehmen. Sie beſaß eine große Feſtigkeit,
und Selbſtſtändigkeit und hatte alle ihre Kinder bewun⸗ dernswürdig erzogen. Gehorſam gegen ihre Aeltern war das Prinzip, welches ihnen nach der Furcht Got⸗ tes eingeprägt worden war; denn ſie wußte zu wohl, daß ein ungehorſames Kind niemals glücklich ſeyn kann. Wenn je ein Weib geſchickt war, die Schwierigkeiten und Gefahren, welche ihnen drohten, zu beſeitigen, ſo war es Mrs. Campbell, denn ſie beſaß Muth und Gei⸗ ſtesgegenwart, Thätigkeit und Gewandtheit.
Heinrich, der älteſte Sohn, war nun gerade zwan⸗ zig Jahre alt. Er beſaß viel von dem Charakter ſei⸗ nes Vaters, er war ohne Laſter, neigte ſich aber mehr
fun Unthätigkeit, als zu etwas Anderem. Viel war
einer Erziehung und ſeinem Leben im Colleg zuzu⸗
ſchreiben, mehr aber ſeinen natürlichen Anlagen. Alfred, der Seemann, war ganz das Gegentheil,
voll von Energie, thätig in jeder Beziehung, geduldig und arbeitſam, wo es nöthig war, und nahm nie etwas in die Hand, ohne es wo möglich zu vollenden. Er war ungeſtüm, aber nicht roh, und in Sprache und Manieren wahrhaft kindlich; dabei war er aber voll Selbſtvertrauen und erſchrak vor nichts.
Mary Percival war ein wahrhaft liebenswürdiges, äußerſt überlegendes Mädchen, ſchüchtern, ohne blöd zu ſeyn, und miſchte ſich ſelten in die Unterhaltung, aus⸗ genommen, wenn ſie allein mit ihrer Schweſter Emma war. Sie war voll ehrerbietiger Anhänglichkeit an
ihren Onkel und ihre Tante, und zu viel mehr fähig, 8


