Drittes Kapitel.
Es mag ſeltſam erſcheinen, daß Herr Campbell, nachdem er zehn Jahre im Beſitz der Erbſchaft gewe⸗ ſen war, und im Betracht, daß er für junge Kinder
zu ſorgen hatte, nicht über eine größere Summe ver⸗
fügen konnte; indeſſen kann dieſes leicht erklärt wer⸗ den. Ich habe bereits eben geſagt, daß die Erbſchaft in einem ſehr ſchlimmen Zuſtande war, als Herr Camp⸗ bell in deren Beſitz gelangte, und daß er ſich gezwungen ſah, einen großen Theil des Einkommens auf dieſelbe zu verwenden. Ferner hatte er eine ſehr beträchtli he Summe für Gründung von Armenhäuſern und Schulen ausgegeben; Werke, welche er nicht aufſchieben wollte, weil er ſie als religiöſe Verpflichtungen betrachtete. Die Folge davon war, daß er nur ein Jahr vor der Erhebung der Klage durch den Erben begonnen hatte, für ſeine jüngern Kinder zu ſorgen, und da die Erb⸗ ſchaft jetzt um zweitauſend Pfund jährlich mehr ertrug, als zu der Zeit, in welcher er in den Beſitz derſelben kam, hatte er ſich entſchloſſen, fünftauſend Pfund jähr⸗ lich zurückzulegen und dieß auch ſeit fünf Monaten ge⸗ than. Die enormen Gerichtskoſten hatten indeſſen dieſe Summen geſchmälert und zwar mehr, als wir bereits geſagt haben, und daher wurde er mit ſammt ſeinen Hunderten leicht ein armer Mann, wenn ihm das Ei⸗ genthum genommen wurde.. Am Tage nach der Abſchätzung erſchien der älteſte Sohn, Heinrich; er ſchien ſehr beſtürzt, mehr als ſeine Eltern, und die, welche ihn kannten, vorausgeſehen hat⸗ ten. Es wurde indeſſen mehr dem Gefühle für ſeinen Vater und ſeine Mutter, als für ſich ſelbſt zugeſchrieben. Die Berathungen, welche zwiſchen Herrn und Mrs. Campbell über ihre künftigen Plane gepflogen wurden, waren vielfach; aber keiner von allen war ausführbar,
oder ſchien nur einigermaßen vortheilhaft. Mit den


