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Die Ansiedler in Canada / von Capitän Marryat ; nach dem Englischen bearbeitet von Ludwig Hauff
Entstehung
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er früher für betrügeriſch erklärt hatte, ſo klar ſey, daß er die ſchlimmſten Folgen fürchte.

Es zeigte ſich, daß der Inteſtaterbe, welcher vor Herrn Campbell ſtand, in Indien ſich verheirathet hatte und auch, wie vorausgeſetzt worden war, geſtorben ſey. Aber es war vollſtändiger und genügender Beweis vor⸗ handen, daß die Heirath gültig, und daß der Kläger der Sohn ſey. Es unterliege keinem Zweifel, bemerkte Herr Harrwey, daß Herr Campbell die Zurückgabe des Eigenthums auf einige Zeit verzögern könne, daß er ſie aber doch am Ende bewerkſtelligen müſſe.

Sobald Herr Campbell dieſen Brief erhielt, ging er zu ſeiner Gattin und ſetzte ſie von Allem in Kennt⸗ niß, was ſich ſeit einigen Monaten ereignete, und was die Urſache geweſen war, ihr nichts von dem Empfange des Briefes des Herrn Harrwey zu ſagen, den er jetzt in der Hand hielt, um ſie über ihre Meinung hinſicht⸗ lich des Gegenſtandes zu befragen. Nachdem Mrs. Campbell dieſen Brief geleſen hatte, antwortete ſie:

Es ſcheint, mein theurer Mann, daß wir wohl berufen waren, Beſitz von dieſem Gute zu ergreifen und es mehrere Jahre ſtatt eines andern zu behalten; jetzt ſind wir aber berufen, es dem rechtmäßigen Eigen⸗ thümer zurückzugeben. Du fragſt mich um meine Mei⸗ nung, aber gewiß iſt keine Veranlaſſung hiezu gegeben. Wir müſſen nun, da wir wiſſen, daß die Klage gerecht iſt, handeln, wie wir wünſchen würden, daß gegen uns gehandelt werde.

Das iſt's, meine Theuerſte, wir müſſen es ohne weiteren Streit zurückgeben. Es war gewiß mein Ge⸗ danke, ſeit ich den Brief des Herrn Harrwey geleſen habe. Aber es iſt hart, ein Bettler zu werden.

Es iſt hart, mein theurer Gatte, wenn wir dieſen Ausdruck gebrauchen müſſen, aber es iſt zugleich auch der Wille des Himmels. Wir erhielten das Gut in der Vorausſetzung, daß es unſer Eigenk)um ſey; wir haben, ich hoffe es, daſſelbe während dieſer Zeit nicht