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wird vielmehr zu unſerer Liebe beitragen, denn er ſetzt uns in den Stand, für das Glück Anderer zu ſorgen, und mit ſolchen Gefühlen laß uns denſelben dankbar annehmen.“
„Ganz richtig, Emilie, aber wir müſſen unſere Pflicht in dieſem Leben erfüllen, bis es Gott beliebt, uns abzurufen. Bis hieher bin ich in meinem Geſchäfte aufs Höchſte durch meine Mitmenſchen geſegnet worden, und wenn ich nun bei dieſem Wechſel der Dinge nicht mehr aus meinem warmen Bette eile, um den Leiden⸗ den beizuſtehen, ſo habe ich doch jedenfalls die Mittel, andere zu verwenden, die dieſes thun. Wir müſſen uns ſelbſt berückſichtigen, jedoch mit einem Blicke auf Ihn, der dieſen großen Reichthum uns geſchenkt hat, und wir müſſen ihn, ſo viel als möglich, zu Seinem Dienſte verwenden.“
„Mein Gatte ſprach, wie ich fühlte, daß er ſpre⸗ chen werde,“ ſagte Mrs. Campbell, indem ſie aufſtand und ihn umarmte.„Wer ſo fühlt, wie Du, kann nie zu reich ſeyn.“.
Ich darf nicht zu lange bei dieſem Theile meiner Erzählung verweilen. Ich habe daher nur zu bemer⸗ ken, daß Herr Campbell von Wexton⸗Hall Beſitz nahm und in einer Weiſe lebte, welche ſeinem vermehrten Reichthum entſprach. Zugleich ließ er aber nie eine Gelegenheit vorüber gehen, Gutes zu thun, und in die⸗ ſer Beziehung ſtand ihm ſeine Gattin hülfreich zur Seite. Sie hatten noch keine drei oder vier Jahre hier gewohnt, als ſie ſchon in der ganzen Umgebung als Beglückende betrachtet wurden, indem ſie die Induſtrie ermuthigten, den Unglücklichen beiſtanden, den Nothlei⸗ denden halfen, Armenhäuſer und Schulen gründeten und Alles, was in ihrer Macht ſtand, thaten, um Wohl⸗ ſtand und Glück auf manche Meilen um Hall her zu verbreiten. Zu der Zeit, als Herr Campbell Beſitz er⸗ griff, befand ſich das Erbgut in einem ſehr vernach⸗ läßigten Zuſtande, und es mußten bedeutende Summen
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