und Schlachten zu reden, aber Ludwig gab mir die Verſicherung, wie ich bereits angefuͤhrt habe, daß er jene Neigung dem Gluͤcke Frankreichs geopfert habe. Seit einiger Zeit hatte ſich der Koͤnig der Politik
ergeben, ohne daß indeß dadurch ſeinen Vergnuͤgungen
Eintrag geſchah. Er befaßte ſich damit aus jener wohl⸗ wollenden Neigung, die ihn von Natur veranlaͤßte, ſei⸗ nen Voͤlkern Erleichterung zu verſchaffen. Er wollte eine Ueberſicht von dem damaligen Zuſtande Europas haben: Herr von Belleisle verfertigte ihm eine ſolche. Der Koͤnig zeigte ſie mir, es war eine vollſtaͤndige po⸗ litiſche Darſtellung. Der Marſchall ging die Macht einer jeden Regierung auf das genaueſte durch. Er unterwarf Europa einer Muſterung, und ſtellte den Beſtand der Kraͤfte der verſchiedenen Voͤlker feſt.
Herr von Noallles, der dieſe Darſtellung ſah, ſagte: »Daß dieſelbe viel zu mathematiſch ſey; daß die chriſt⸗ liche Republik mehreren Veraͤnderungen unterworfen ſey, die aus Nebenurſachen entſtaͤnden, an denen die Politik keinen Theil habe; daß man oft den Kabineten das zur Ehre anrechne, was nur eine Wirkung des Schickſals ſey. Frankreich,« ſagte er zu mir,»hatte alle ſeine Kraͤfte angewandt, um Lothringen zu erlangen; dem Cardinal von Richelieu war es nicht gegluͤckt; Mazarin war damit geſcheitert; der Zufall verſchaffte es Frank⸗ reich unter dem Miniſterium des Cardinals von Fleury.⸗
»Man unterhandelte und ſchlug ſich in Europa bereits ſeit faſt zweihundert Jahren, um zu verhindern, daß die ſpaniſche Krone einem Zweige des Burbonſchen Hauſes zufiele. Das Teſtament eines ſchwachen und


