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Denkwuͤrdigkeiten
der
NMarkiſe Pompadour.
Ludwig XV. hatte, wie ich ſchon bemerkt habe, die Gewohnheit angenommen, mich zu beſuchen. Er konnte nicht mehr ohne meine Geſellſchaft zubringen. Ich war ihm unentbehrlich geworden; aber dieſe Neigung hatte in ihm keineswegs den Geſchmack an voruͤbergehenden Liebſchaften ausgeloͤſcht. Er uͤberließ ſich ihnen aus Temperament und bereute ſie aus Ueberlegung. Nach einem Liebesabentheuer war er beſtaͤndiger als je. Seine Gewiſſensbiſſe gaben ihn ſich ſelbſt und mir wieder. Ich darf behaͤupten, daß ich von ſeinen Abſchweifungen Genuß hatte, und ohne dieſen Geſchmack haͤtte er ſich vielleicht einer andern Leidenſchaft uͤberlaſſen, die ihn mir abwendig gemacht haͤtte. Ich fuͤrchtete jedoch eine Zeit lang eine Neigung zum Kriege: aus dieſem Grunde hatte ich den Grafen Moritz von Sachſen, der ihm nach den flandriſchen Feldzuͤgen regelmaͤßig den Hof machte, gebeten, mit ihm nicht ſo oft von Belagerungen 1*


