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Guter Rath ist Geldes werth : eine Erzählung für die Jugend / von Friederike v. Marées
Entstehung
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26 Nicht wahr, das Bild gefällt Euch? Seht, jedem von Euch iſt es wohl ſchon vorgekommen, daß er der Heimkehr lieben⸗ der Aeltern geharrt und ſich darauf gefreut hat. Im erſten Augenblick waret Ihr gewiß nur von den freudigen Gefüh⸗ len des Wiederfehens erfüllt; aber legt einmal die Hand auf das Herz, dann werdet Ihr mir geſtehen, daß Ihr nach dieſem erſten Freudenrauſch ebenſo von der Erwartung hin⸗ genommen, voll Spannung waret, welche Schätze aus den verſchloſſenen Koffern für Euch aws Licht kommen würden. Selten, das wißt Ihr zu gut, kommen die Aeltern von einer Reiſe, ohne den zurückgebliebenen Kindern durch freundliche Gaben zu beweiſen, wie ſie in der Ferne ihrer gedacht haben, wie ihre Gedanken überhaupt nur darauf gerichtet ſind, ihnen Freuden zu bereiten. Die arme Bethy theilte gewiß dieſe Empfindung mit den reichſten Müttern; aber ſie konnte nicht durch reiche Liebesgaben zu den Herzen der Kinder ſprechen. Und dennoch war die Freude des Wiederſehens jedesmal ſo rein und innig. Ein freundlicher Blick, ein Kuß

auf die friſchen Lippen, ein anerkennendes Wort war für

dieſe einfachen Kinder genug, machte ihnen ebenſo viel Freude, als die glänzendſten Spielſachen der Leipziger oder Frankfurter Meſſe. Dieſer Tand verliert nach kurzem Ge⸗ brauch ſeinen äußern Glanz und den Reiz der Neuheit und wird auf die Seite geworfen. Bethy's Gaben blieben immer neu, immer willkommen, wurden immer mit gleicher Liebe gegeben und empfangen.

Woche um Woche verging, der Mond wuchs und nahm wieder ab und hatte ſchon zwölfmal in voller Pracht vom Himmel herabgeſchaut und manches thränende Auge, man⸗