21 und auch die beiden Gatten fanden ſich veranlaßt, auf ein Mittel zu ſinnen, welches ihren Verdienſt vermehrte. Daß ſie dabei ihre eigenen Kräfte nicht zu ſchonen gedachten, habe ich Euch bereits geſagt. So wurde denn der Beſchluß gefaßt, Bill ſolle auswandern in eine andere Gegend, wo die Arbeiter vielleicht mehr geſucht waren. Bethy wolle ſich und die Kinder indeß daheim durchbringen. Die Berathung währte nicht lange. Keine geſchwätzigen Nachbarn und Hausfreunde, die für oder wider riethen, die ungefragt durch weiſe Vorſchläge die Betheiligten irre machen und nicht ſelten den Samen der Zwietracht ausſtreuen, der wie Unkraut zwiſchen einem blühenden Weizenfelde aufgeht, kamen, um ihre Vorſätze wankend zu machen. Die Reiſe⸗ ausſtattung Bill's verurſachte den guten Leuten auch wenig Kopfbrechens. Großer, mit Seehundsfell bezogener Koffer bedurfte er nicht; auch jene leichten engliſchen, praktiſch ein⸗ gerichteten Käſten waren nicht nöthig, um die Habſeligkeiten unſers Reiſenden unterzubringen; Hutſchachtel, Regenſchirm⸗ etui, Feldſtuhl, Regenmantel, Galoſchen gehörten ebenſo wenig zu ſeinen Bedürfniſſen. Als er ſeinem Brodherrn kurz und bündig erklärte, daß er bei weniger Arbeit und geringem Lohn nicht mehr auf eine ehrliche Weiſe beſtehen und Frau und Kinder ernähren könne, daß er hinauswan⸗ dern müſſe, um ſein Glück draußen zu ſuchen, und Etwas mit heim zu bringen hoffe, da erwiederte dieſer, ihm die Hand ſchüttelnd:„Zieh mit Gott!“ Ungeſäumt ging's jetzt an's Werk. Er ſchnitt ſich einen handfeſten Stock von Stechpalme, ken in die eine Taſche die gefüllte Whiskey⸗ flaſche und in die andere ſein prayerbook(Gebetbuch). Bill
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Guter Rath ist Geldes werth : eine Erzählung für die Jugend / von Friederike v. Marées
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