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ein kleines Thal. Eine Hütte bildete den Hintergrund. Schnee⸗ weiße Ziegen und Schafe weideten auf dem ſmaragdgrünen Raſen. Sein Kommen erſchreckte ſie nicht, ihr Blöcken und Meckern klang wie Willkommen. Auf der Schwelle der mit Moos bekleideten Hütte ſpielten ein paar rothwangige, halb⸗ nackte Kinder. Sie nahmen ſeine Hände und führten ihn hinein zu ihren Aeltern und Großältern. Beide Paare, ein Bild ungeſchwächter Kraft und Geſundheit, ſaßen auf einer langen hölzernen Bank vor einem Tiſch, der nicht mit Damaſt, nicht mit Silber oder Kriſtall gedeckt war. Friede und Freude leuchteten aus ihren Augen. Die ſchneeweiße Milch, die pur⸗ purrothen Erdbeeren, dabei das derbe Schwarzbrod, welches ihnen zum Mahl diente, ſchienen dem alten König lockender als alle Leckereien, die jemals aus der geſchickten Hand ſei⸗ ner Köche hervorgegangen, ſeine Tafel geziert hatten. Mit Herzlichkeit ward er als Gaſt begrüßt, mit Freudigkeit nahm er die Einladung an, und als er aus der irdenen Schüſſel mit hölzernem Löffel aß, da dünkte es ihm, er ſei im Olymp und ſpeiſe mit den Göttern an einer Tafel und genöſſe die Himmelskoſt, Nektar und Ambroſia.
„Ich habe den ſeltenen Schatz gefunden,“ jubelte und jauchzte es im Innern der Majeſtät.„Ich darf den günſtigen Augenblick nicht vorüber gehen laſſen. Wie gern werden mir die guten Menſchen zur Geneſung meiner Tochter verhelfen, wie will ich ſie mit Gnadengeſchenken überſchütten!“
Armer König, wozu bedurften dieſe Reichen, in deren Nähe dein Glas ſeine Wunderkraft verlor, noch deiner Gna⸗ dengeſchenke!
Huldvoll und herablaſſend brachte der König ſeine Bitte


