hörte, los und fiel in den Fluß, deſſen Gewäſſer auf⸗ rauſchend über ihm zuſammenſchlugen.
Die Soldaten ſuchten nach ihm, fanden aber keine Spur; er ſchwamm eine kurze Strecke unter dem Waſſer fort, und entkam.
Katharina klammerte ſich an das Fenſter an und fragte mit verſtörten Sinnen, was man mit Richard, ihrem Gemahl, dem Herzog von York gemacht habe.
„Dieſer Verräther,“ antwortete der Offizier,„die⸗ ſer Rebell hat ein neues Verbrechen begangen; er hat einen Fluchtverſuch gemacht; er war im Begriff, ſeinen Hüter zu ermorden, als man ihn feſtnahm und
entwaffnete. Seht ja nicht zu dem Fenſter dort hin⸗
aus, Milady, das auf den Marktplatz geht, dort richtet man einen Galgen auf, Ihr könntet ihn mög⸗ licherweiſe gerade hängen ſehen.“
Katharina ſtieß einen Schrei des Entſetzens aus. 3
Sie rief zu Gott um Hülfe in dieſer Noth; dieß war ihre letzte Willensäußerung,— der letzte lichte Au⸗ genblick.
Die Soldaten, menſchlicher als ihr Anführkr, 5
brachten die Unglückliche mit ſanfter Gewalt weg und übergaben ſte den Leuten des Königs, welche ſie bereits auf deſſen Befehl ſuchten, um ſie nach dem Palaſt zu führen.
Der Offizier hatte übrigens die Wahrheit geſpro⸗ chen. Richard, angeklagt eines Mord⸗ und Flucht⸗ verſuches, ferner eines Anſchlags auf des Königs Leben in Gemeinſchaft mit dem Herzog von Clarenee, dem armen Irrſinnigen, ſeinem Kerker⸗Nachbar, war ſo eben zugleich mit ſeinem angeblichen Mitſchuldi⸗ gen zum Tod verurtheilt worden.


