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Die weiße Rose : Roman aus der englischen Geschichte / von August Maquet ; aus dem Französischen von Georg Jäger
Entstehung
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. So entledigte ſich Heinrich VII., der ſinnreiche Staatskünſtler, alles deſſen, was ihm im Wege lag; der eine, der Irrſinnige, König Eduard's Neffe, ſollte enthauptet, der andere, Eduard's Sohn, dieſer jüdi⸗ ſche Gauner, ſollte gehängt werden. Um die Mit⸗ tagsſtunde desſelbigen Tages ſollte kein York mehr den Schlaf des Lancaſter ſtören.

Richard wurde zum Galgen geführt, wie ein ge⸗ meiner Verbrecher, wie der elendeſte Dieb. Er hatte den Herzog von Clarence niemals geſehen bis zu dem Augenblick, da er das Haupt dieſes Prinzen über das gegenüber von ſeinem Galgen aufgeſchlagene Blutgerüſt rollen ſah.

Da er die Sproſſen der Leiter hinanſtieg, erblickte er das Haus gegenüber, wo wenige Augenblicke zuvor ſeine geliebte Katharina ihn erwartete. Das Fenſter ſtand noch offen das einzige leere unter all den Fenſtern ringsum, die von unzähligen Zuſchauern wimmelten. Richard ſandte noch einen Blick, einen letzten Segenswunſch hinüber; dann, ohne Klage, ohne Bitterkeit, ohne Widerſtreben gab er ſich dem Henker hin, ſah lächelnd auf zum Himmel, wo ſeine Mutter ihn zu rufen ſchien, um ihm für ſein irdiſches Märterthum zu lohnen. Und als der öffentliche Ausrufer dem Volke das Urtheil über den Mörder Perkin Warbeck verkündete, da ſchüttelte Richard ſanft das noch freie Haupt und ſprach: 5

Mein Name iſt York, und meine Hände ſind rein von Blut!

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