Richard warf ſich Fryon in die Arme und drückte ihn mit ängſtlicher Freude an ſich.
„Sage Katharinen,“ flüſterte er ihm zu,„daß ich jetzt wieder am Leben Freude gewann; daß ich aber, wenn ich ſterben müßte, mit Freuden ſterben würde, denn ich habe ihre Liebe und meine Ehre wiederge⸗ funden.“
Der Schließer kam, um die Thüre wieder zu öff⸗ nen. Die bewilligte Friſt war verſtrichen.
„Seht mir den alten Schelm, welche Pünktlich⸗ keit!“ ſagte Fryon.
Dann ließ er die Stimme ſinken und flüſterte dem Prinzen in's Ohr:
„Ein Stoß, feſt, g'rad' in's Herz.“
Die zwei Männer verſchwanden hinter der mehr verrammelten als verriegelten Thür. Richard blieb allein, nachdenklich ſaß er da und drückte Eiſen und Gold, die Sinnbilder der zwei Beſchützerinnen, von denen beides geſendet war, an ſein Herz.
Zwölftes Kapitel.
An dem bewußten Tage erwartete Katharina ih⸗ ren Gefangenen in einem hohen Saalzimmer jenes Hauſes zwiſchen Themſe und Altmarkt.
Der Tag war noch nicht angebrochen, Stadt und Fluß in dichten Nebel gehüllt; die zur Flucht be⸗ ſtimmte Stunde nahte heran. Katharina ſchien nicht mehr zu leben, ſie athmete kaum.


