ganz und gar verloren gab; o lebt! denn, ſo lange man am Leben iſt, kann man noch König werden; einmal todt, hat auch ein York nicht viel zu bedeuten!“
„Das iſt wahr, Fryon, das iſt wahr, leben, um König zu werden!“
„Und um— bis dahin— glücklich zu ſein, das iſt noch beſſer! Nun wohl, Mylord, ich habe meine Sendung erfüllt; Ihr ſeid vorbereitet; macht Euch darauf gefaßt, von hier heimlich weggeſchafft, an's Meer geführt und an Bord gebracht zu werden. All das wäre einem armen Gefangenen etwas ſonderbar vorge⸗ kommen, ohne die kurze Nachricht, welche ich ſo gluͤck⸗ lich war, Euch, mein Prinz, hiemit geben zu dürfen.“
„Freund Fryon,“ ſagte Richard,„wir haben in dieſem Traum nur eine Möglichkeit vergeſſen: wenn König Heinrich ſich weigerte, mich Eurem Geſandten auszuliefern?“
Fryon trat dem Prinzen näher und ſagte mit leiſer Stimme:
„Dieſe Möglichkeit, Mylord, haben wir zu aller⸗ erſt vorgeſehen, ſo gut vorgeſehen, daß ſie für uns nur ein verſtellter Hieb iſt, um unſer eigentliches Spiel zu verdecken.“
Richard horchte begierig.
„Es iſt wahrſcheinlich,“ fuhr Fryon fort,„daß der König nicht darauf eingehen wird. Aber der Geſandte hat Befehl, die Unterhandlung ſo in die Länge zu ziehen, daß bei dem Lancaſter jeder Arg⸗ wohn eingeſchläfert wird; und während er ſchläft, werden wir handeln.“
„Und wie?“ „Dieß iſt unſer Plan: wir entführen Euch, mein


