324
lich weiß Katharina, daß ich nicht Perkin Warbeck bin!“
„Olob ſte es weiß!...“ ſagte Fryon,„o My⸗ lord, welch ein herzzerreißender Auftritt! O, daß Ihr nicht die ſtolze Herzogin zu den Füßen dieſes Engels ſehen konntet, wie ſie ſchluchzend um Verzeihung flehte, mehr gealtert in dieſen vierzehn Tagen qualvoller Angſt, als von den ſechzig Jahren ihres vielgeprüften Lebens; und Lady Katharina dankte Gott, daß er Euch ihrer würdig gemacht, und war im nächſten Augenblick außer ſich vor Verzweiflung und jammerte, daß Ihr verloren ſeied; und die beiden untröſtlichen Frauen umarmten ſich und ſahen ſich an und umarmten ſich wieder und wieder— mit Blicken, Mylord, von denen ein einziger Euch für alle Leiden Eures Märterthums belohnt hätte!“
„Jetzt iſt Alles wieder gut,“ murmelte Richard, indem er niederkniete und mit krampfhafter Freude die Hände faltete;„Alles, Alles; ich habe nie ein Lei⸗ den empfunden!“
„O, nein! noch iſt nicht Alles gut,“ ſagte Fryon und küßte ſeine Hände;„wir vergeſſen den Geſand⸗ ten; jetzt kommt ſeine Rolle.“
„Was willſt Du damit ſagen?“
„Dieſem Geſandten iſt aufgetragen, dem Könige von England mitzutheilen, daß Ihre Hoheit die Frau Herzogin von Burgund eine Gnade von ihm erwarte. Jetzt, wo die politiſche Frage entſchieden iſt, da es ſich nicht mehr darum handelt, dem Lancaſter die Krone ſtreitig zu machen— ich bitte, Mylord, ein wenig Geduld,— jetzt, ſage ich, wo dieſer König von England ſeine Sache gegen Perkin Warbeck gewon⸗
—


