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Die weiße Rose : Roman aus der englischen Geschichte / von August Maquet ; aus dem Französischen von Georg Jäger
Entstehung
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wuthſprühenden Blicken, welche nicht von roher Lei⸗ denſchaft entflammt ſchienen. Er ließ ſeine Augen darauf ruhen und glaubte dieſes Geſicht für das eines Menſchen zu erkennen, welchen er für immer verloren gehalten. Kein Zweifel es war Fryon. Der Prinz machte eine Geberde der Ueberraſchung. Der geheimnißvolle Mann blickte gen Himmel, legte einen Finger an ſeine Lippen und, von dem Eckſtein, auf den er ſich geſtellt, um von dem Prinzen geſehen zu werden, herabſteigend, verſchwand er plötzlich in dem Schwall der Volksmaſſen.

Richard verſtand, daß man ihm empfahl zu ſchweigen und auf Gott zu hoffen. Und wie in ſeinem vergangenen Leben an Fryon's Namen die Erinne⸗ rung an ſein erſtes Zuſammentreffen mit Katharina ſich knüpfte, ſo fühlte auch in dieſem Augenblick des Wiederſehens der unglückliche Prinz das, wie er glaubte, erſtorbene Herz wieder durchſtrömt von neuem Leben, von friſcher Jugend. Ein tiefer Seufzer gab ſeinem Herzen Linderung, ja beinahe freudige Stärke, als nun der Tower ſeinen Blicken ſichtbar ward, als ſeine Begleitung über die Brücke zog, unter dem Fall⸗ gitter durchritt, zuerſt in dem ſchwarzen Thorgewölbe, dann in den Höfen des düſtern, für das Geheul drau⸗ ßen undurchdringlichen Gebäudes verſchwand, und als er von dem erſten Herold erfuhr: daß der König Heinrich VII. ihm das Leben ſchenke, und ihn blos zu immerwährender Kerkerhaft verurtheile.