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gunden⸗Herzogs ruft ſie wach in den flandriſchen Nebelnächten; Ehre, Rache, flüſtert er ihr zu. Was kann Margaretha verlieren auf dieſer Welt: ſie hat kein Vaterland, keine Liebe, keine Kinder.
Mit jedem Jahr wird die Machtloſigkeit für die⸗ ſen heißen Kopf eine unerträglichere Qual. Sie macht Reiſen, um ſich mit einer Art von Thätigkeit zu täuſchen. In Savoyen, in Deutſchland knüpft ſie Einverſtändniſſe an. Sogar nach Schottland hat ſie ſich gewandt, wo der junge König Jakob IV. ſeine Grenzen dem ländergierigen Heinrich VII. ſtreitig macht, und nur auf eine gute Gelegenheit wartet um ſein Gebiet abzurunden. Wenn Margaretha, die ſich Reichthümer geſammelt, weil ſte zu wirthſchaften verſtand, einen paſſenden Verbündeten fände, um auf Heinrich VII. einen Druck auszuüben, ſo würde die⸗ ſer Monarch gewiß bald ihren Forderungen gerecht werden.
Die Zeit vergeht. Schon mehrmals hat Marga⸗ retha, des Wartens müde, verſteckte Verſuche gemacht. Bei Gelegenheit des Betrügers Lambert Simnel, welcher ſich für den aus dem Tower entkommenen Warwick ausgab, hat die Herzogin ſich von der Liebe der Engländer für das Haus York überzeugt. Simnel iſt beſtegt und durch die Begnadigung des Königs unſchädlich gemacht worden. Alle von Eliſa⸗ beth angeknüpften Fäden ſind in der Stille abge⸗ ſchnitten—, aber Heinrich VlII. iſt zum Kampf genöthigt worden. Er mußte kämpfen, dem Willen der engliſchen Nation zuwider, und wenn das Glück dießmal ihm noch gelächelt hat, warum ſollte es nicht bei einer andern Gelegenheit, ihm untreu


